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Wunschkunden ansprechen: Die richtigen Worte für deine Coaching-Website finden

Eines regnerischen Abends im November saß ich vor meinem Laptop, das blaue Licht spiegelte sich im Fenster und ich starrte auf diesen verdammten, blinkenden Cursor. Er verspottete mich förmlich auf meiner eigenen „Über mich“-Seite. Der lauwarme Rest Kamillentee in der Tasse war längst kalt, während das leise Atmen meines siebenjährigen Kindes durch das Babyphone knackte.

Ich bin seit sechs Jahren Yoga- und Atemcoach in München. Sechs Jahre lang hat mein Business wunderbar funktioniert – rein durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Aber dann wollte mich eine Lokalzeitung verlinken und ich hatte... nichts. Also baute ich an einem Wochenende eine Jimdo-Seite. Und dann stand ich vor dem Abgrund: Wie zum Teufel schreibe ich über das, was ich tue, ohne dass es klingt wie eine schlechte Versicherungswerbung oder total abgehoben?

Das Problem mit den „richtigen“ Worten

Warum ist es eigentlich leichter, eine 90-minütige Atemsitzung zu leiten, als drei Sätze darüber zu schreiben, warum ich das eigentlich tue? Ich habe mich so oft gefragt, was mit mir falsch ist. Ich habe inzwischen meine Website-Texte viermal komplett umgeschrieben. Ich habe zwei Schreibkurse belegt und jedes deutsche Text-Tool getestet, das ich finden konnte. Und trotzdem hatte ich zwischendurch 14 verschiedene Entwürfe für eine einzige Newsletter-Einleitung in einem Google Doc gespeichert.

Der Duden sagt uns, dass der Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache irgendwo zwischen 300.000 und 500.000 Wörtern liegt. Und ich saß da und fand nicht mal fünf, die sich nicht „fake“ anfühlten. Mein erster Versuch klang so: „Ich helfe dir, deine innere Mitte zu finden und Stress abzubauen.“ Gähn. Das steht auf jeder zweiten Website in München-Schwabing. Es fühlte sich an wie ein schlecht sitzendes Kostüm.

Nahaufnahme einer Tasse Tee und eines Notizbuchs mit handschriftlichen Notizen zu Coaching-Texten.

Hör auf, deine Wunschkunden direkt zu „jagen“

Nach meinem zweiten Schreibkurs im Spätwinter dachte ich, ich hätte es verstanden. Man muss die Leute „direkt ansprechen“, hieß es da. Also schrieb ich: „Du bist gestresst? Du hast Rückenschmerzen? Du willst endlich wieder durchatmen?“ Aber wisst ihr was? Das fühlte sich für mich total übergriffig an. Als ob ich mit dem Finger auf die Wunden meiner Kunden zeige, nur um ihnen dann meine Lösung zu verkaufen.

Hier kam der Wendepunkt für mich: Ich habe aufgehört, meine Wunschkunden ständig direkt mit „Du hast dieses Problem“ zu konfrontieren. Das erzeugt oft Abwehr statt Resonanz. Stattdessen habe ich angefangen, über das Problem zu schreiben, als wäre ich eine neutrale Beobachterin. Ich beschreibe eine Situation, die wir beide kennen.

Anstatt zu schreiben „Du sitzt zu viel am Schreibtisch“, schreibe ich jetzt: „Es gibt diese Tage, an denen sich der Nacken anfühlt wie eine Betonplatte und man am Abend merkt, dass man den ganzen Tag nur flach bis in die Schlüsselbeine geatmet hat.“ Das ist Storytelling, das nicht wertet. Der Leser denkt sich: „Stimmt, genau so ist es“, ohne dass er sich von mir belehrt fühlt. Wenn du gerade erst anfängst, deine Seite zu strukturieren, schau dir mal meine Erfahrungen zum Startseite Website Aufbau an – da habe ich genau diesen Wechsel der Perspektive zum ersten Mal ausprobiert.

Lexosophie: Wenn Wörter plötzlich Tiefe bekommen

Vor etwa drei Wochen bin ich über das Konzept der Lexosophie gestolpert. Das klingt erst mal kompliziert, ist aber eigentlich wunderschön für uns Coaches. Es geht darum, die Weisheit der Worte zu nutzen – also mal zu schauen, wo Begriffe eigentlich herkommen (die Etymologie).

Für mich als Atemcoach war das ein Augenöffner. Das Wort „Inspiration“ kommt vom lateinischen „inspiratio“, was wörtlich „Einatmung“ oder „Beseelung“ bedeutet. Plötzlich hatte ich eine ganz andere Verbindung zu dem Begriff. Ich musste keine Marketing-Floskeln mehr erfinden. Ich konnte über die tiefere Bedeutung meiner Arbeit schreiben, indem ich die Worte selbst sprechen ließ. Das hat mir so viel Druck genommen, „kreativ“ sein zu müssen. Die Klarheit war schon in der Sprache versteckt.

Laptop-Bildschirm zeigt die Wortbedeutung von Inspiration in einem digitalen Wörterbuch.

Vom Perfektionismus zum echten Kontakt

Ich weiß, wie es ist. Man will, dass alles perfekt ist, bevor man auf „Veröffentlichen“ klickt. Ich habe mitten in der Nacht vor dem letzten Relaunch noch einmal alles infrage gestellt. Aber die Wahrheit ist: Deine Wunschkunden suchen keine fehlerfreien, hochglanzpolierten Werbetexte. Sie suchen jemanden, der sie versteht.

Mein größter Fehler war zu denken, ich müsste wie eine „Expertin“ klingen. Aber ich bin eine Yoga-Lehrerin, die zwischen Windeln wechseln (na gut, mein Sohn ist sieben, jetzt sind es eher Lego-Steine) und Business-Calls versucht, selbst nicht die Balance zu verlieren. Seit ich das in meine Texte einfließen lasse, kommen die Anfragen von Menschen, die wirklich zu mir passen.

Falls du auch gerade an deinem Text verzweifelst, besonders an dem Teil über dich selbst: Ich habe eine kleine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Über mich Seite zusammengestellt, die genau darauf basiert, wie ich meine eigene Blockade nach drei Monaten Starren auf den Bildschirm gelöst habe.

Eine gemütliche Ecke mit Yogamatte und Bücherregal, die den Alltag eines Coaches zeigt.

Drei Tipps, die mir geholfen haben

Am Ende des Tages ist deine Website ein lebendiges Ding. Sie muss nicht beim ersten Mal fertig sein. Meine ist es nach vier Überarbeitungen immer noch nicht ganz – und das ist okay. Die richtigen Kunden finden dich nicht wegen deines perfekten Call-to-Action, sondern weil sie spüren, dass da ein echter Mensch hinter den Worten sitzt, der weiß, wovon er spricht.

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