
Ich sitze hier gerade in meiner Küche in Giesing, die Reste vom Abendessen stehen noch auf dem Tisch, und mein Siebenjähriger hat endlich aufgehört, mit seinen Lego-Steinen gegen die Heizung zu klopfen. Vor mir leuchtet mein Laptop – Version 15 meiner Newsletter-Einleitung starrt mich an. Und wisst ihr was? Ich habe gerade alles gelöscht. Wieder einmal.
Hinweis: In diesem Text teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen und verwende Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich empfehle hier nur Tools und Kurse wie lexosophie oder die WORTLIGA, die ich selbst genutzt habe, um aus dem Sumpf der schlechten Texte herauszukommen. Hier ist meine vollständige Offenlegung.
Eigentlich bin ich Yoga- und Atem-Coach. Ich weiß, wie man Menschen hilft, wieder tief durchzuatmen, wenn der Stress sie fast erdrückt. Aber als es darum ging, für meine eigene Website zu schreiben, habe ich selbst das Atmen vergessen. Alles fing damit an, dass eine Lokalzeitung mich letztes Jahr verlinken wollte und ich feststellte: Ich habe gar keine Website. In einem hektischen Wochenende stampfte ich etwas auf Jimdo aus dem Boden. Aber die Texte? Die waren mein persönlicher Endgegner. Ich habe sechs Jahre lang mein Business über Mundpropaganda aufgebaut, aber plötzlich musste ich Worte finden, die mich im Internet repräsentieren, ohne dass ich mir dabei wie eine Hochstaplerin vorkomme.
Version 1: Das „Zertifikats-Monster“ (Ende letzten Jahres)
Mein erster Versuch war geprägt von der Angst, nicht professionell genug zu wirken. Ich dachte, ich müsste jedes einzelne Zertifikat, das ich seit 2018 gesammelt habe, in den Vordergrund rücken. Mein Text klang ungefähr so: „Ich bin Katrin, zertifizierte Yogalehrerin (500h RYT) mit Zusatzqualifikationen in Pranayama und Vinyasa. Seit Jahren leite ich Kurse in München und lege Wert auf anatomisch korrekte Ausrichtung.“
Ganz ehrlich? Gähn. Das klingt wie der Beipackzettel von Kopfschmerztabletten. Ich habe mich hinter meinen Qualifikationen versteckt, weil ich mich nicht getraut habe, meine eigene Stimme zu zeigen. Das Problem war: Niemand bucht mich, weil ich 500 Stunden irgendwo auf einer Matte saß. Die Leute buchen mich, weil sie sich nach dem Feierabend im Büro wie ein zusammengeknotetes Etwas fühlen und jemanden brauchen, der sie da wieder rausholt.
Ich habe damals versucht, meine Texte selbst zu optimieren, aber ich war viel zu nah dran. Wenn du auch an diesem Punkt stehst und merkst, dass dein Text eher eine Bewerbung als eine Einladung ist, schau dir mal diese Über mich Seite Anleitung für Solopreneure an. Sie hat mir geholfen zu verstehen, dass es auf dieser Seite eigentlich gar nicht um mich geht, sondern um das Problem meiner Kunden.

Version 2: Das „spirituelle Geschwurbel“ (Januar 2026)
Nachdem mir klar wurde, dass mein Lebenslauf niemanden interessiert, bin ich ins komplette Gegenteil gekippt. Ich hatte irgendwo das Wort „Storytelling“ aufgeschnappt und dachte, ich muss jetzt wahnsinnig tiefgründig und poetisch sein. Ich schrieb Sätze wie: „Der Atem ist die Brücke zwischen Kosmos und Körper, ein sanfter Windhauch, der deine Seele streichelt...“
Mein Mann las es und fragte nur: „Katrin, bist du das? Oder hast du ein Poesiealbum von 1994 abgeschrieben?“ Autsch. Er hatte recht. Es war nicht ich. Es war das, was ich dachte, was ein Yoga-Coach schreiben *muss*. Ich hatte 14 Entwürfe in einem Google Doc und war völlig verzweifelt. In dieser Phase habe ich angefangen, meine Texte durch die WORTLIGA Textanalyse zu jagen.
Das Tool ist eigentlich für Profis, aber für mich war es wie ein digitaler Schlag auf die Finger. Es hat mir gnadenlos gezeigt, dass meine Sätze viel zu lang waren (typisch für mich, wenn ich unsicher bin) und dass ich viel zu viele Passiv-Konstruktionen benutzt habe. Es hat zwar nicht meinen Inhalt gerettet, aber es hat den Text zumindest lesbar gemacht. Wenn du wissen willst, wie du deine Sätze mal ordentlich ausmisten kannst, hilft dir dieser Artikel über das Kürzen von Website-Texten enorm weiter.
Version 3: Die Brücke zu den Kunden (März 2026)
Der echte Durchbruch kam erst vor ein paar Monaten, im März. Ich hatte eingesehen, dass ich Hilfe brauche, aber ein Texter für mehrere tausend Euro war einfach nicht drin – schließlich muss ich auch noch die Kita-Gebühren und meine Miete in Giesing bezahlen. Ich habe mich dann für lexosophie entschieden. Das ist ein Kurs, der mich an die Hand genommen hat, ohne mich in ein Marketing-Korsett zu zwängen.
Dort habe ich gelernt, dass ich nicht perfekt sein muss, sondern echt. Mein aktueller Text fängt jetzt so an: „Du sitzt im Meeting, dein Nacken ist steif und du fragst dich, wann du eigentlich das letzte Mal so richtig tief ausgeatmet hast? Ich kenne das. Als Coach und Mutter weiß ich, dass wir keine Zeit für zwei Stunden Meditation im Wald haben. Ich zeige dir Übungen, die zwischen zwei Telefonaten funktionieren.“
Dieser Text fühlt sich endlich nach mir an. Er ist warm, er ist ehrlich und er holt die Leute da ab, wo sie gerade stehen – nämlich im Stress. Ich habe gelernt, dass Wunschkunden ansprechen nichts mit Manipulation zu tun hat, sondern mit Empathie.

Was ich auf die harte Tour gelernt habe (und was du dir sparen kannst)
- Versteck dich nicht hinter Titeln: Deine Zertifikate sind super für dein Selbstvertrauen, aber auf der Website gehören sie eher in den Footer oder ganz weit nach unten. Die Leute wollen wissen, ob du ihr Problem verstehst.
- Schreib, wie du sprichst: Wenn ich meine Texte laut vorlese und dabei das Gefühl habe, ich bräuchte ein Abendkleid und ein Glas Champagner, um das auszusprechen, dann ist es falsch. Ich schreibe jetzt so, wie ich einer Freundin nach der Yoga-Stunde beim Tee erklären würde, was wir gerade gemacht haben.
- Perfektion ist eine Blockade: Meine Website wird nie „fertig“ sein. Ich ändere immer noch Kleinigkeiten. Aber sie ist jetzt online und sie bringt mir Anfragen von Menschen, die wirklich zu mir passen.
Wenn du gerade selbst vor deiner leeren „Über mich“-Seite sitzt und dich fragst, warum du dir das eigentlich antust: Atme tief durch. Es ist okay, wenn der erste Entwurf schrecklich klingt. Meiner war grauenhaft. Aber bleib dran. Nutze Tools wie die WORTLIGA, um die gröbsten Schnitzer zu finden, oder hol dir eine Struktur durch einen Kurs wie lexosophie, wenn du dich im Kreis drehst.
Deine Website muss kein literarisches Meisterwerk sein. Sie muss nur eine Brücke schlagen zwischen deinem Können und den Bedürfnissen deiner Kunden. Und falls du dich fragst, ob du deine Preise direkt hinschreiben solltest – das war mein nächstes großes Drama. Dazu habe ich meine Erfahrungen hier aufgeschrieben: Coaching Preise auf der Website kommunizieren.
Du schaffst das. Auch wenn du keine Marketing-Expertin bist. Fang einfach an, lösch die ersten drei Sätze und schreib auf, warum du tust, was du tust. Das ist meistens der beste Anfang.