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Workshop Texte schreiben: So erstellst du eine Landingpage die wirklich verkauft

An einem schwülen Nachmittag im Juni saß ich in meinem Münchner Studio, der Duft von Lavendel hing noch in der Luft, und ich starrte auf eine leere Jimdo-Seite. Diese Seite sollte eigentlich meinen neuen Atem-Workshop verkaufen, aber das Einzige, was passierte, war ein heftiges Ziehen in meinem Nacken. Ich hatte sechs Jahre lang mein Coaching-Business rein über Mundpropaganda aufgebaut, aber jetzt, wo eine Lokalzeitung mich verlinken wollte, stand ich vor dem Nichts.

Vielleicht kennst du das: Du bist Expertin in dem, was du tust – egal ob Yoga, Beratung oder Handwerk – aber sobald du ein „Angebot“ formulieren sollst, fühlst du dich wie eine schlechte Staubsauger-Vertreterin. In meinem Google Doc stapelten sich bereits 14 Entwürfe für das Intro, und keiner fühlte sich nach mir an. Ich wollte nicht „verkaufen“, ich wollte einfach nur Menschen helfen, besser zu atmen.

Warum klassisches Marketing uns oft blockiert

Mein erster Versuch für die Landingpage klang schrecklich. Ich hatte irgendwo gelesen, dass man „Dringlichkeit“ erzeugen muss. Also schrieb ich: „Sichere dir JETZT deinen Platz – Exklusiv-Angebot nur für kurze Zeit!“ Jedes Mal, wenn ich diese Worte tippte, spürte ich diese stechende Spannung in meinen oberen Trapezmuskeln. Ich löschte es sofort wieder. Es klang fake, es klang laut, und es passte so gar nicht zu der Ruhe, die ich in meinen Kursen vermittle.

Das Problem ist, dass wir oft versuchen, in diese starren Marketing-Schablonen zu passen. Wir denken, wir müssen wie ein „Profi“ klingen, und enden damit, dass wir unsere eigene Stimme verlieren. Ich habe drei Monate damit verbracht, die „Über mich“-Seite anzustarren, weil ich Angst hatte, entweder langweilig oder wie eine Angeberin zu wirken. Aber eine Landingpage ist eigentlich gar keine Werbetafel. Es ist eher wie ein Gespräch, das ich in meinem Studio mit einer neuen Kundin führe.

Nahaufnahme eines Laptops mit Website-Editor und einer Tasse Ingwertee daneben.

Die Wende: Struktur statt Marktschreierei

Irgendwann zwischen spätem November und Ende Februar – nach gefühlt hundert Tassen kaltem Ingwertee – begriff ich, dass ich ein System brauchte, das auf Werten basiert, nicht auf psychologischen Tricks. Ich stieß auf den Lexosophie-Ansatz. Was mich sofort beruhigte: Es geht nicht darum, den Kunden zu manipulieren, sondern ihn klar durch dein Angebot zu führen.

Anstatt mich in endlosen Textwüsten zu verlieren (eine normale Normseite hat etwa 1800 Zeichen, und ich hatte gefühlt das Zehnfache geschrieben, ohne etwas zu sagen), half mir das Lexosophie Phasen-Modell mit seinen 7 Modulen. Plötzlich war da ein Gerüst. Ich musste nicht mehr raten, was als Nächstes kommt. Es war, als würde ich eine Yoga-Sequenz planen – erst das Ankommen, dann die Mobilisation, dann der Fokus.

Ein wichtiger Punkt, den ich lernen musste: Vorteile statt Merkmale texten. Früher schrieb ich: „90 Minuten Atemübungen“. Heute schreibe ich: „Endlich wieder tief durchatmen und den Druck in der Brust loswerden“. Das ist ein riesiger Unterschied, weil die Leute nicht die Zeit kaufen, sondern das Gefühl danach.

Vergiss AIDA – Setz auf radikal persönliches Storytelling

Überall liest man von der AIDA-Formel (Attention, Interest, Desire, Action). Aber für uns Solopreneure, die oft sehr persönliche oder erklärungsbedürftige Leistungen anbieten, funktioniert das oft nicht. Warum? Weil Vertrauen bei uns die wichtigste Währung ist. Ein radikal persönliches Storytelling ist auf deiner Landingpage viel profitabler als jeder klassische Verkaufstrichter.

In meinen Workshops erzähle ich heute oft davon, wie ich selbst bei meiner ersten Website gescheitert bin. Das macht mich nahbar. Die Leute buchen nicht den „perfekten Coach“, sie buchen den Menschen, der ihren Schmerz versteht. Wenn du deine Dienstleistung beschreiben willst, fang bei der Geschichte deines Kunden an, nicht bei deinen Zertifikaten.

Eine handgezeichnete Mindmap zur Struktur einer Landingpage auf einem Holztisch.

Meine 3 größten Learnings für deine Landingpage

Nachdem ich meine Texte viermal umgeschrieben und zwei Kurse belegt habe, sind das die Dinge, die wirklich einen Unterschied gemacht haben:

Eines Abends saß ich vor meinem Laptop, das blaue Licht des Jimdo-Editors war die einzige Lichtquelle im dunklen Raum. Neben mir stand die obligatorische, halb leere Tasse kalter Ingwertee. Ich las mir meine neue Seite durch und spürte zum ersten Mal keine Anspannung im Nacken. Es fühlte sich richtig an. Nicht, weil es „perfekt“ war, sondern weil es ehrlich war.

Ein ruhiger Arbeitsplatz in der Dämmerung mit dem blauen Leuchten eines Laptops.

Fazit: Deine Seite muss nicht perfekt sein, sie muss echt sein

Wenn du gerade vor deiner Landingpage sitzt und dich fragst, ob du jemals fertig wirst: Atme tief durch. Es ist okay, wenn der erste Entwurf schrecklich ist. Meine ersten 14 Entwürfe waren es auch. Wichtig ist, dass du anfängst, deine eigene Stimme zu finden, statt Marketing-Gurus zu kopieren.

Es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet zu verstehen, dass „Verkaufen“ eigentlich nur bedeutet, die richtige Lösung für das richtige Problem anzubieten. Und wenn du das mit Klarheit und echtem Interesse an deinem Gegenüber tust, dann braucht es keine Marktschreierei. Falls du dich fragst, wie du nach dem ersten Klick weiter machst, schau dir mal an, wie man eine Dankeseite Text schreiben kann, damit die Reise für deine Kunden direkt positiv weitergeht. Deine Website schreibt sich nicht von selbst, aber mit der richtigen Struktur fühlt es sich irgendwann nicht mehr wie Arbeit an, sondern wie eine Einladung in dein Studio.

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