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Alt-Texte für Bilder schreiben: Mehr Sichtbarkeit für deine Coaching Website

Auf deiner Website gibt es wahrscheinlich viele Bilder, die außer dir kaum jemand richtig beschrieben hat. Ich hab mir die Frage lange nicht gestellt. Meine Mediathek bei Jimdo war voll mit Dateien, die alle irgendwie hießen wie IMG_4829 oder Final_Version_3_neu – und ich dachte, das Feld für den sogenannten Alt-Text ist so ein technisches Ding für SEO-Profis, nichts, worüber sich eine Solopreneurin wie ich den Kopf zerbrechen muss. Ich wollte doch bloß, dass meine Atemcoachings gefunden werden und meine Bildoptimierung nebenbei miterledigt ist. Dass genau dieses unscheinbare Textfeld über Barrierefreiheit und Sichtbarkeit entscheidet, hab ich erst gemerkt, nachdem ich monatelang dran vorbeigearbeitet hatte.

Schreiben war für mich schon immer die Baustelle, an der ich am längsten hängen geblieben bin. Ich hab mir mal das Clustering-Buch von Gabriele Rico aus der Bibliothek geholt, drei Seiten mit diesen Gedankenwolken vollgekritzelt – und danach keinen einzigen Satz für meine Website geschrieben. Bei Alt-Texten war's am Anfang genauso: Ich hab das Feld entweder freigelassen oder mit dem ersten besten Gedanken zugekleistert, nur um irgendwas dort stehen zu haben.

Was hat ein Alt-Text mit Barrierefreiheit und Sichtbarkeit zu tun?

Alt-Text ist die Abkürzung für alternativen Text – das, was ein Screenreader vorliest, wenn jemand mit Sehbehinderung deine Seite besucht, und das, was im Browser auftaucht, wenn ein Bild aus irgendeinem Grund nicht lädt. Ohne diesen Text liest die Maschine einfach den Dateinamen vor, und niemand will "IMG vier acht zwei neun Punkt J P G" hören, wenn er eigentlich wissen will, worum es auf deiner Seite geht.

Google ist in diesem Sinn ziemlich blind. Die Suchmaschine erkennt zwar, dass da ein Bild ist, aber nicht, was drauf ist – sie liest nur, was du ihr im Alt-Text erzählst. Und wenn du schon mal überlegt hast, wie du deine Wunschkunden richtig ansprichst, gehört die Bildbeschreibung mit dazu, denn Zielgruppenansprache hört nicht beim Fließtext auf.

Laptop-Bildschirm mit unbeschrifteten Bilddateien wie IMG_4829 – ohne Alt-Text für Google und Screenreader unsichtbar

Keywords vs. Menschlichkeit im Alt-Text-Feld

An einem ruhigen Nachmittag hab ich mich drangesetzt und angefangen, Keywords reinzustopfen: "Yoga München Atemcoaching Entspannung Stressbewältigung Kurs". Es fühlte sich furchtbar an – genau wie die Texte aus meinen ersten Monaten, die klangen wie eine schlechte Werbebroschüre.

Neben mir stand eine Tasse Kaffee, die längst halbkalt geworden war, während ich grübelte, ob "Yogamatte" oder eine längere Variante das bessere Keyword ist. Irgendwann hab ich mich gefragt: Braucht eine Person, die den Screenreader nutzt, wirklich jedes Detail zur Raumdeko, oder reicht es, wenn sie weiß, dass ich im Schneidersitz sitze?

Eine kalt gewordene Tasse Kaffee neben einem Notizbuch mit Alt-Text-Entwürfen für die Coaching Website

Genau da liegt der Fehler, den viele von uns machen: Wir missbrauchen das Alt-Text-Feld als Müllhalde für Suchbegriffe. Die WCAG-Richtlinien für Barrierefreiheit sagen aber klar, dass es primär um Inhalt und Funktion des Bildes geht, nicht um möglichst viele Schlagworte. Wenn wir dort nur Keywords reinquetschen, zerstören wir die Erfahrung für Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind – und ganz nebenbei merkt das auch Google.

125 Zeichen zwingen dich, dich kurz zu fassen

Ein Fakt zur Bildoptimierung, der mich am Anfang ziemlich gestresst hat: Screenreader brechen den Alt-Text oft ab, wenn er zu lang wird, ungefähr ab 125 Zeichen. Das ist verdammt wenig, eher ein Slogan als eine Beschreibung, und du musst ziemlich genau überlegen, was wirklich wichtig ist.

Die Mühe lohnt sich trotzdem, weil ein spürbarer Teil der Google-Suchen über die Bildersuche läuft. Wer nach "Atemübung bei Stress" sucht statt nach deinem eigenen Namen, findet dich vielleicht trotzdem – über ein Bild, das genau das zeigt und auch so beschrieben ist.

Dafür muss jedes Bild eine Aufgabe haben statt reiner Deko. Auf der Angebotsseite zum Beispiel unterstützt ein gutes Foto die Botschaft deines Textes, und der Alt-Text ist am Ende nichts anderes als die Übersetzung dieser Botschaft für alle, die das Bild nicht sehen können.

Yogamatte und Korkblock in einem hellen Raum als Bildbeispiel für eine gute Alt-Text-Beschreibung auf einer Coaching Website

Alt-Texte schreiben wie eine Yoga-Ansage

Alt-Texte fühlen sich für mich mittlerweile an wie eine Korrektur in einer Yoga-Stunde. Wenn ich beim herabschauenden Hund sage: "Schieb dein Gesäß weit nach hinten oben, die Finger sind weit aufgefächert", dann ist das genau der Ton, den ich auch im Alt-Text-Feld brauche – präzise, ruhig, beschreibend. Keine blumigen Worte, keine Lügen, einfach nur sagen, was zu sehen ist.

Meine erste Version war so was wie "Yoga München Coach Atemtherapie Stress Hilfe" – eine reine Aneinanderreihung von Schlagworten, die niemandem hilft, sich das Bild vorzustellen. Die Version, die ich heute schreiben würde, klingt eher so: "Yoga-Coachin sitzt im Schneidersitz auf einer Korkmatte und zeigt eine Atemübung in einem hellen Raum." Das beschreibt die Szene und enthält trotzdem ganz natürlich Wörter wie "Yoga-Coachin" und "Atemübung".

Am besten klingt der Text übrigens, wenn er nach deiner eigenen Stimme klingt und nicht nach einer SEO-Vorlage – genau wie bei jedem anderen Text auf deiner Seite.

Wo fängst du an, wenn 200 Bilder auf dich warten?

Wenn du jetzt vor deiner eigenen Mediathek sitzt und dich genauso überfordert fühlst wie ich damals: Du musst nicht an einem Nachmittag alle Bilder durchgehen. Fang mit der Startseite und den Seiten an, die die meisten Besucher zuerst sehen. Sei dabei so spezifisch wie möglich – statt "Frau lacht" lieber "Lachende Frau beim Coaching-Gespräch in einem hellen Raum". Lass "Bild von..." weg, das wissen Google und Screenreader ohnehin schon, und nutz die paar Zeichen lieber für den eigentlichen Inhalt. Wenn ein Bild nur Dekoration ist, wie eine Trennlinie, kannst du das Feld auch mal leer lassen, damit der Screenreader es überspringt – bei uns Coaches ist aber fast jedes Bild wichtig, weil es Vertrauen aufbaut. Und ja, ein Haupt-Keyword darf rein, aber nur, wenn es wirklich zum Bild passt und nicht danach klingt, als hättest du es reingequetscht.

Spätestens hier merkst du vielleicht, dass dir schon die Worte fehlen, um deine Dienstleistung zu beschreiben – dann ist das meistens ein Zeichen, dass der Text um das Bild herum noch mal dran müsste. Die Bilder können die Botschaft nur stützen, nicht ersetzen.

Hand tippt auf einer Tastatur neben einem Smartphone mit Google-Bildersuche zu Alt-Text und SEO-Grundlagen

Kurz und klar zu schreiben, das übe ich sowieso ständig, nicht nur bei Alt-Texten, der Rest meiner Seite profitiert genauso davon.

Manchmal vergess ich es beim ersten Hochladen trotzdem noch. Dann drück ich schnell auf Speichern und geh fünf Minuten später wieder zurück, weil mir einfällt, dass ich barrierefrei bleiben wollte. Es ist ein Prozess, kein Haken, den man einmal setzt.

Was zwölf Wochen Alt-Text-Arbeit wirklich verändert haben

Etwa ab der zwölften Woche, seit ich mir angewöhnt hatte, jedes neue Bild sofort zu beschreiben statt es auf später zu verschieben, ist mir beim Scrollen auf dem Handy was aufgefallen. Ich hatte meine eigene Seite unterwegs aufgemacht, einfach um einen Link zu prüfen, und beim Runterscrollen lasen sich die Bildbeschreibungen wie Sätze, die ich auch laut sagen würde – nicht wie eine Liste von Schlagworten.

Es geht dabei nicht nur um Rankings. Wenn du deine Bilder ordentlich beschreibst, machst du deine Seite für mehr Menschen zugänglich, unabhängig davon, wie sie darauf zugreifen – über die Augen, über einen Screenreader oder über eine miese Zugverbindung, bei der die Bilder eh nicht laden.

Und falls dir jetzt auffällt, dass nicht nur deine Bilder, sondern auch der Rest deiner Texte noch mal einen zweiten Blick brauchen: Schau dir an, wie du deine Webseitentexte selbst Korrektur liest – die meisten Fehler fallen einem sowieso erst beim zweiten Durchgang auf. Und wenn du danach auch noch klären willst, wie du Verlinkungen auf deiner Website klug setzt, bist du schon beim nächsten Puzzleteil, das Besucher von deinen Bildern bis zum Erstgespräch führt.

Die eine Regel, die bei mir hängen geblieben ist: Schreib den Alt-Text so, als würdest du einem Menschen am Telefon beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist, der es selbst nicht sehen kann – kein Keyword-Stakkato, sondern ein Satz, den jemand auch wirklich verstehen würde.

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